„Kein Aufwand zu groß, kein Traum zu mutig“

Der 9. Mai 1950 gilt als Geburtstag der Europäischen Union. Damals wurde die Grundidee vom damaligen französischen Außenminister Robert Schuman formuliert: Zusammenhalt macht Europa erfolgreich. Das gilt auch für den Europäischen Forschungsraum.

Europakarte

„Forschung und Innovation sind ein wesentlicher Schlüssel im Kampf gegen COVID-19, aber auch darüber hinaus", sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, als sich die EU-Forschungsministerinnen und -minister anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im Herbst 2020 informell trafen. Denn Europa setzt sich ambitionierte Ziele: Das rasche Ende der Pandemie, ökologische Transformation und Klimaschutz sowie große und mutige Schritte in Richtung Digitalisierung. Um diese Ziele erreichen zu können, stellt die Europäische Union die notwendigen Instrumente und Gelder im Europäischen Forschungsraum (EFR) bereit. Damit können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihren Beitrag für ein zukunftsfähiges Europa leisten. Bereits vor einem Jahr zum Europatag am 9. Mai 2020 hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den Weg bereitet für Investitionen in Höhe von 1,8 Billionen Euro. „Wir wollen ein Europa schaffen für die nächsten Generationen. Ein Europa, das stärker, grüner, digitaler und widerstandfähiger wird“, sagt die EU-Kommissionspräsidentin und zitiert den großen Europäer Robert Schuman: „Wenn es um Europa geht, ist kein Aufwand zu groß und kein Traum zu mutig.“

Klimaneutrale Städte, gesunde Meere

Neben den Ausgaben für Forschung und Innovation aus den EU-Mitgliedstaaten steht der EU seit diesem Jahr mit „Horizont Europa“ ein zentrales Instrument für den Europäischen Forschungsraum zur Verfügung. Das neue EU-Programm für Forschung und Innovation mit einem Volumen von 95,5 Milliarden Euro zielt darauf ab, eine wissens- und innovationsgestützte Gesellschaft und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft aufzubauen. Gleichzeitig stehen die nachhaltige Entwicklung und ökologische Transformation im Zentrum des Programms. Damit baut Horizont Europa auf den wesentlichen Elementen des Vorläuferprogramms „Horizont 2020“ auf, setzt allerdings neue Akzente. So wird es zum Beispiel definierte Missionen zu Themenbereichen wie „Gesunde Ozeane, Meere, Küsten- und Binnengewässer“ oder „Klimaneutrale und intelligente Städte“ geben.

Chatbot spricht 36 Sprachen

Seit Jahrzehnten sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im EFR bestens miteinander vernetzt. Durch die politisch geförderte Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg kommen Innovationen schneller bei den Menschen an, das zeigt sich aktuell in der schweren Zeit der Pandemie. Europa mobilisiert die klügsten Köpfe – nicht nur bei der großen Aufgabe der Impfstoffbeschaffung, sondern auch in vielen kleinen Detailsaufgaben. An der Universität von Malta wurde etwa ein Prototyp zur schnelleren Desinfizierung von Beatmungsgeräten entwickelt. In Italien leistete ein junges 3D-Druck-Unternehmen Krankenhäusern dringend benötigte Hilfe, indem es Tauchmasken zu PAP-Masken (therapeutische Überdruckmasken) umrüstete. In Irland wiederum stellte ein Unternehmen, das normalerweise Whisky und Gin destilliert, die Produktion um und versorgte Apotheken, Ärztinnen und Ärzte mit Desinfektionsmitteln. In Österreich zeigte sich, dass ein auf Künstlicher Intelligenz basierender Chatbot bei der Einschätzung des COVID-19-Risikos brilliert. Er bestimmt das COVID-19-Risiko mit einer Genauigkeit von 96,32 Prozent – und spricht 36 Sprachen. Das Start-Up-Unternehmen wurde von der Europäischen Kommission im Rahmen von „Horizont 2020“ gefördert.

EFR gemeinsam gestalten

Auch in Deutschland wird nicht nur in digitale Infrastruktur, technische Standards und den Aufbau von Wissenstransferstrukturen investiert, sondern auch in kommunikative Formate. Bürgerinnen und Bürger werden noch enger in den Wissenschafts-Prozess einbezogen und auch die Stakeholder werden noch deutlicher ermuntert, sich an der politischen Ausgestaltung des EFR zu beteiligen. In Deutschland gilt die Devise: Je stärker sich Forschungs- und Innovationspolitik mit anderen Politikbereichen vernetzet, umso effektiver werden gemeinsame Ziele erreicht. Bestes Beispiel für die Zusammenarbeit ist die europäische Initiative für Grünen Wasserstoff, die das Gelingen der Energiewende unterstützen soll.

Mut machende Geschichten und weitere Informationen

„In Vielfalt geeint“, heißt die Devise der 27 EU-Staaten, die am 09. Mai den Europatag feiern.
Sie möchten mehr europäische Geschichten voller Solidarität und Hoffnung lesen? Informieren Sie sich unter #EuropaGegenCovid19.
Informieren Sie sich über das Forschungsförderungsprogramm „Horizont Europa“.
Mehr Informationen zum Thema „Klimaneutrales Europa dank Wasserstoff-Strategie“.