Deutsche EFR-Strategie: Starkes Engagement aus Deutschland

Als großer Forschungs- und Innovationsstandort in der EU übernimmt Deutschland eine besondere Verantwortung dafür, Forschungsexzellenz strategisch in Europa auszubauen. Denn sie trägt ganz entscheidend zu Stabilität und Wohlstand bei.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek mit zwei Forscherinnen im Labor

Gemeinsame europäische Forschung und Innovation tragen zur Zukunftsfähigkeit des ganzen europäischen Kontinents bei. Der Klimawandel, Pandemien und Nachhaltigkeit sind Beispiele für Themen, die alle europäischen Staaten gleichermaßen betreffen und beschäftigen und bei deren erfolgreicher Bewältigung der Erfindergeist der Wissenschaft ganz sicher eine große Rolle spielen wird. Denn kein Land kann die großen Herausforderungen unserer Zeit alleine lösen – das zeigt auch ganz aktuell die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie. Mit einem leistungsfähigen Europäischen Forschungsraum (EFR) lässt sich die Zukunft tatkräftig gestalten.

BMBF stärkt deutsche Forschungscommunity im europäischen Kontext

Außenansicht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Für einen dynamischen und innovativen EFR, der konkrete Beiträge etwa zur globalen Gesundheitsvorsorge, zu grünem Wachstum oder zu digitalem Fortschritt leistet, bleibt ein starkes Engagement der Mitgliedstaaten der Schlüssel zum Erfolg. Deutschland als international bestens vernetzter Wissenschaftsstandort trägt eine besondere Verantwortung dafür, den EFR zu einem stabilen Fundament für Forschung in Europa auszubauen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) legt mit dem Förderprogramm „Innovationsunion Europa – Deutsche Impulse für den Europäischen Forschungsraum“ ein deutliches Bekenntnis Deutschlands zum Europäischen Forschungsraum ab. Über das eigentliche finanzielle Engagement im EFR hinaus, stellt das BMBF 40 Millionen Euro bereit, um den EFR vor Ort zu stärken und die europaweite Vernetzung deutscher Forscherinnen und Forscher zu beschleunigen. Das Geld kommt der deutschen Forschungscommunity zugute, um europäische Kooperationen aufzusetzen und Allianzen zu formen. Weil Wissenschaft für Europas Zukunft entscheidend ist und gemeinsames Handeln wichtiger ist denn je, fördert das Programm dabei insbesondere die Zusammenarbeit und Vernetzung mit Akteuren aus Wirtschaft und Gesellschaft.

EFR stärkt europaweiten Wissenstransfer

Das Förderprogramm unterstützt den Ausbau von Forschungssystemen in forschungsschwächeren Staaten, damit der europaweite Wissenstransfer reibungslos und solidarisch gelingt. Denn es ist wichtig, dass die EU über die richtigen Infrastrukturen für exzellente Forschung verfügt. Nur so können wir besser an gemeinsamen und effektiven Lösungen arbeiten Das ist gelebte Praxis, etwa in Technologiebereichen wie der Künstlichen Intelligenz, der Mikroelektronik oder bei Höchstleistungsrechnern. Bei Kommunikationssystemen, in der Material- und der Batterieforschung, bei Produktions- und Quantentechnologien sowie beim Ausbau von Dateninfrastrukturen wird durch das Förderprogramm in Zukunft verstärkt europaweit vorhandene Expertise mobilisiert – in einem EFR, der Exzellenz und Werte verbindet.

Große Ziele erreicht man besser gemeinsam

Auch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek ist davon überzeugt, dass das Innovationspotenzial umso größer wird, je ausgeprägter die Zusammenarbeit im Europäischen Forschungsraum ist. Neben der exzellenten Forschung braucht es deshalb auch ein Mehr an internationaler Kooperation zu grünen Technologien – nur so können ehrgeizige Klimaziele wie der europäische „Green Deal“ erreicht werden. Die europäische Initiative für den grünen Wasserstoff, die für das Gelingen der Energiewende sorgt, ist eins von vielen Beispielen. Diese Initiative verbessert nicht nur das Klima, sie stärkt gleichzeitig auch Europas wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit.

Vertrauen in die Forschung stärken

Grafik der Aktion "Plastikpiraten - das Meer beginnt hier!"

Der EFR wird dann zum Motor für Wandel, wenn Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik beim Hervorbringen und der Verbreitung von Wissen partnerschaftlich zusammenarbeiten. Werden Strategien europaweit disziplin- und sektorübergreifend ausgerichtet, wirkt der EFR in Zukunft noch dynamischer und schlagkräftiger als bisher. Das BMBF engagiert sich mit diesem Förderprogramm auch, weil es die breite Beteiligung aller relevanten Stakeholder inklusive der Bürgerinnen und Bürger stärken will. Denn Teilhabe etwa durch bürgerwissenschaftliche Initiativen stiftet Gemeinsamkeit über nationale Grenzen hinaus und verbessert die Verankerung des EFR in der Gesellschaft. So wird beispielsweise die erfolgreiche Citizen-Science-Aktion „Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier!“, bei der Jugendliche Daten zu Kunststoffvorkommen an und in deutschen Fließgewässern gesammelt haben, ausgeweitet zu „Plastic Pirates – Go Europe!“

Jugendliche sammen am Strand Müll für die Aktion Plastikpiraten.

Jugendaktion „Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier!“: Fabian Stiller, Melanie Baasch und Lena Weiß vom Friedrich-Schiller-Gymnasium Preetz nehmen Plastikproben an der Kieler Förde.

BMBF/Wissenschaftsjahr 2016*17