Großzügiges Budget für Forschung und Innovation

Europa stellt gewaltige Summen bereit, um Forschung zu fördern: 95 Milliarden Euro stehen allein im EU-Rahmenprogramm „Horizont Europa“ zur Verfügung. Ein zentraler Baustein, damit der Europäische Forschungsraum noch stabiler ausgebaut wird.

 Ein Ingenieur arbeitet an einem Maschinenarm.

Der Europäische Forschungsraum (EFR) mobilisiert Wissen für ein starkes Europa. Globale Herausforderungen werden gemeinsam über Grenzen hinweg bewältigt. Wie das gelingt? Dank wissensbasierter und innovationsgestützter Forschung. Dafür stellt die Europäische Kommission großzügige finanzielle Mittel bereit. Damit dieses Geld zielgerichtet zum Einsatz kommt, unterstützt das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation die Forschungsaktivitäten europaweit. Europas geballte Datenpower etwa ermöglicht dank Künstlicher Intelligenz (KI) die zügige Entwicklung von Medikamenten gegen das SARS-Virus. Expertinnen und Experten für Verbundwerkstoffe entwickeln gemeinsam mit Medizinerinnen und Medizinern innovative Produkte für die Gesundheitsbranche, wie zum Beispiel Aneurysmen-Klemmen aus faserverstärkten Kunststoffen. Und das GAIN4CROPS-Projekt will die Effizienz der Fotosynthese der Sonnenblume durch von der Natur inspirierte Forschungsansätze und Züchtungstechniken verbessern, um den Verbrauch der wichtigsten Ressourcen in der Landwirtschaft zu verringern: Land, Stickstoff und Wasser.

EU wächst auch in der Forschung näher zusammen

  Ein Forschungsschiff kreuzt einen Eisberg im Polarmeer.

Herzstück ist die Verbundforschung, d.h. die gemeinsame Forschung von Partnern aus mehreren europäischen Ländern. Universitäten, Forschungseinrichtungen, aber auch Unternehmen oder Organisationen der Zivilgesellschaft, arbeiten in Projekten eng zusammen. So wächst die EU auch in Forschung und Innovation Tag für Tag, Projekt für Projekt, ein Stückchen näher zusammen. Auch für Einrichtungen außerhalb der EU bzw. Europas bestehen attraktive Teilnahmemöglichkeiten, denn viele Fragestellungen haben einen globalen Charakter: Über Ländergrenzen und Forschungsdisziplinen hinweg werden gemeinsam Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsstrategien entwickelt und umgesetzt. Auch angesichts der Bedrohung durch Pandemien oder im Kampf gegen Krebs bündelt der EFR seine Kräfte: vernetzt, effizient und smart! Innovationen, etwa in der medizinischen Versorgung, die schnell und verlässlich bei Bürgerinnen und Bürgern ankommen, versprechen auch wirtschaftliche Erfolge.

Forschung über Ländergrenzen hinweg

Das EU-Rahmenprogramm „Horizont Europa“ ist ein zentraler Baustein für den EFR. Es ermöglicht unter anderem transnationale Forschungsprojekte, Auslandsaufenthalte von Forschenden, die Bündelung von nationalen Forschungsprogrammen und gemeinsame große Forschungsinfrastrukturen. Der Begriff „Open Science“, die Umsetzung von offener Wissenschaft, wird gelebt. „Open Science“ steht für einen kulturellen Wandel in der wissenschaftlichen Arbeitsweise. Durch einen freien Zugang zu Forschungsergebnissen und den Austausch von Wissen und Daten wird die Wissenschaft noch besser. Neben dem freien Zugang zu Publikationen (Open Access) und der Erleichterung des Zugangs zu Forschungsdaten (Open Data) zählen dazu auch die Weiterentwicklung wissenschaftlicher Bewertungsverfahren und die Förderung professioneller Expertise im Umgang mit Forschungsdaten.

Computergestütztes Arbeiten und digitale Kommunikation haben hier ganz neue Möglichkeitsräume eröffnet. Sie ermöglichen einen effektiven Informationsaustausch und fördern den Transfer der Ergebnisse in die Gesellschaft. Auch weitere europäische Programme und zwischenstaatliche Initiativen unterstützen Forschende im EFR. Wie man sich das konkret vorstellt? Unter dem Stichwort „Digital EU“ werden unter anderem Forschungsprojekte zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur gefördert, unter der Überschrift „InvestEU“ trägt die EU Sorge dafür, dass ein attraktiveres Investitionsumfeld entsteht, in dem hochwertige Arbeitsplätze geschaffen werden. Weitere Bausteine des EFR sind bi- und multilaterale Programme zwischen Mitgliedstaaten, wie auch EUREKA (zur Stärkung der technologischen Wettbewerbsfähigkeit Europas) und das länderübergreifende Netzwerk COST.

Förderprogramm für Forschung und Innovation weiterentwickeln

Das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation will den Europäischen Forschungsraum weiterentwickeln. Ab 2021 läuft das neue EU-Rahmenprogramm „Horizont Europa“. Dieses Förderprogramm investiert von 2021 bis Ende 2027 gut 95 Milliarden Euro – es gilt als das größte Förderprogramm für Forschung und Innovation weltweit. Dass große Aufgaben nur gemeinsam gelöst werden können, ist übrigens kein neuer Gedanke – seit den 1980er-Jahren ist das Budget ständig erhöht worden. Bereits das Vorgänger-Forschungsprogramm „Horizont 2020“ förderte in den Jahren 2014 bis 2020 über 31.000 Projekte mit mehr als 155.000 Beteiligungen von Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Organisationen. Forschende aus 178 Ländern haben in den unterschiedlichsten Projekten zusammengearbeitet und sich gegenseitig inspiriert.

„Mission Possible“ in Europa!

Auf diesen Erfolgen baut „Horizont Europa“ auf – und setzt neue Akzente. Was die Themen angeht, aber auch bei der Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern. Deshalb werden ehrgeizige Missionen definiert, die mit politischer Unterstützung und mittels Forschung und Innovation innerhalb eines klaren Zeitrahmens erfüllt werden sollen. Die Themen betreffen uns alle: Gesunde Gewässer, der Kampf gegen Krebs oder auch klimaneutrale und intelligente Städte. Diesen Missionen steht die volle Kraft der europäischen Kreativität zur Verfügung. Der EFR ist auch ein Raum, der alle einlädt, sich auszuprobieren und zu experimentieren, frei nach dem Motto „Mission Possible" in Europa!

Talentschmiede für die neue Forschungsgeneration

Das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation versteht sich zudem als eine Talentschmiede. Es sind Menschen, die effektive wissenschaftliche Netzwerke knüpfen. Sie werden unterstützt, so etwa durch die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen, die speziell den wissenschaftlichen Nachwuchs bei der Promotion und der Phase danach (Post-Doktoranden) dazu ermuntert, über den Tellerrand zu schauen und die Vielfalt europäischer Möglichkeiten zu nutzen. Auch der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) unterstützt die Karrieren von herausragenden Jungwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern. Etablierten Forschenden wird über den ERC ebenfalls die Möglichkeit gegeben, sich für fünf Jahre auf ihre zukunftsweisende Arbeit zu konzentrieren. Die begehrten ERC-Mittel sind weltweit zu einem Aushängeschild für europäische Spitzenforschung geworden.

Die Struktur von „Horizont Europa“


Europa benötigt eine exzellente Wissensbasis und eine enge Zusammenarbeit, um die globalen Herausforderungen zu meistern. Die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Innovationen ist der Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit Europas. 

Grafik zu den Zielen des Forschungsprogramms Horizont Europa

„Horizont Europa“ und die drei Säulen

„Horizont Europa“ basiert auf drei Säulen, wobei jede einen besonderen Schwerpunkt hat:

Die Säule „Wissenschaftliche Exzellenz“ bietet insbesondere herausragenden Einzelforschenden attraktive Möglichkeiten, das eigene wissenschaftliche Profil langfristig auszubauen, unter anderem durch Forschungsaufenthalte im Ausland. Zudem werden gemeinsame europäische Forschungsinfrastrukturen gefördert.

Unter der Säule „Globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas“ arbeiten Forschende im Verbund gemeinsam an Lösungen zu den drängendsten Fragen unserer Zeit. Unter anderem werden Technologien unterstützt, um die weltweite Führungsrolle der europäischen Industrie auszubauen – etwa die Informations- und die Biotechnologie.

Die Säule „Innovatives Europa“ stärkt vorwiegend ideenreiche Unternehmen. Forschungsergebnisse sollen möglichst schnell in die Anwendung kommen, damit neue Produkte oder Dienstleistungen entstehen.

Diese drei Säulen werden von einem vierten Programmteil „Ausweitung der Beteiligung und Stärkung des Europäischen Forschungsraums“ optimal ergänzt, um Europas Wissenschaft zukunftssicher zu machen. So werden zum Beispiel forschungs- und innovationsschwächere Regionen an ein Spitzenniveau herangeführt.

Weiterführende Links:

  • Ausführliche deutschsprachige Informationen zu der europäischen Forschungsförderung stehen unter horizont-europa.de zur Verfügung.
  • Wer sich an „Horizont Europa“ beteiligen möchte, erhält eine Erstberatung unter der Telefonnummer 0228 38 21-20 20 oder per E-Mail an Horizont-Europa@dlr.de.
  • Eine Übersicht zentraler Beratungsmöglichkeiten ist hier einsehbar.

[1] Quelle: H2020 eCorda-Vertragsdatenbank, Datenstand: 01.07.2020; Projektstatus: vertragsverhandelte und abgeschlossene Projekte